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Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot

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Moot 2014/2015

22. Willem C. Vis Moot 2014/2015

Round of the final 16

In diesem Jahr hat es das Team der Universität Bayreuth unter 298 Universitäten aus aller Welt auf Platz 9 geschafft. Vom 23.03-03.04.2015 fand, wie jedes Jahr kurz vor Ostern, das Finale des Willem C. Vis International Commercial Arbitration Moot in Wien statt.

Im Sachverhalt 2014/2015 schlossen die Parteien einen Kaufvertrag über Coltan, ein konfliktbehaftetes Mineral, ab. Sinnbildlicherweise war auch das Vertragsverhältnis der Parteien nicht konfliktfrei. Nach der Rücktrittserklärung durch den Verkäufer rief der Käufer die ICC (International Chamber of Commerce) - Schiedsgerichtsbarkeit an. Im Wesentlichen waren drei Rechtsfragen zu behandeln:

- Ist die Muttergesellschaft des Klägers in das bestehende Schiedsverfahren zu ziehen?

- Ist die einstweilige Verfügung der Eilschiedsrichterin aufzuheben?

- Durfte der Beklagte aufgrund fehlerhafter Akkreditive vom Vertrag zurücktreten?

Die ersten vier Monate waren vornehmlich von intensiver Einarbeitung in den englischsprachigen Fall geprägt. Dabei galt es einerseits den „Memo-Stil“ zu erlernen (ein Gegenstück zum deutschen Gutachtenstil), und sich andererseits mit dem anwendbaren Recht, Schiedssprüchen und der Literatur auseinanderzusetzen. Zunächst wurde bis Mitte Dezember ein Klägerschriftsatz erstellt, bevor bis Ende Januar auf den Klägerschriftsatz einer amerikanischen Universität mit dem Beklagtenschriftsatz geantwortet wurde.

In die Wertung der mündlichen Phase gehen alleine die Verhandlungen beim Finale in Wien. Deshalb waren die verbleibenden zwei Monate ab Februar der gezielten Vorbereitung darauf gewidmet. Nach einer kurzen Umstellungsphase vom schriftlichen zum mündlichen Argumentieren standen die ersten externen Gradmesser an. Der Swiss-Day in St. Gallen sowie die Frankfurt Advocacy School. In der Folge war das Team bei diversen Kanzleien zu Gast, um in sogenannten Pleadings gegen andere deutsche Teams anzutreten.

Weiterhin gehören die internen Pleadings mit Coaches, Alumnis und Professoren zum Kernbestandteil der Vorbereitung. Zudem war es uns möglich online Pleadings wie etwa mit der University of Wisconsin zu veranstalten.

Die Vorbereitungsphase gipfelte in den international ausgerichteten Pre-Moots in Düsseldorf und Belgrad, wo auch noch der Kontakt zu ausländischen Teams hergestellt werden konnte. In Belgrad konnte das Team bei einem Teilnehmerfeld von 65 Teams das beste Einzel-Pleading des gesamten Pre-Moots mit einer Durchschnittspunktzahl von 48,5 von 50 Punkten erreichen.

Über die gesamte mündliche Phase konnten die rhetorischen Fähigkeiten und Verhandlungssicherheit verbessert werden. Daneben konnte das Team aber auch zahlreiche neue Freundschaften knüpfen - insbesondere mit dem St. Gallener Team - und viele neue Eindrücke sammeln.

Beim krönenden Finale in Wien konnte dann der bisher größte Erfolg in der Vis-Moot-Geschichte der Universität Bayreuth erzielt werden. Nach einer Vorrunde mit vier erfolgreichen Pleadings konnte das Team in die KO-Runde der besten 64 von 298 Teams einziehen. Neben den Pleadigs der Vorrunde bot sich dem Team auch die Gelegenheit an Empfängen und Partys teilzunehmen.

In der KO-Runde wusste man mit Siegen gegen das Team der für den Fachbereich Schiedsrecht bekannten University of Stockholm und das Team der National University of Singapore zu überzeugen. Damit zog das Team in die Runde der besten 16 ein. Dieses Weiterkommen ist umso höher zu bewerten, als dass das Team auch gegen den „Best-Oralist“ des diesjährigen Moots und damit einen Mitfavoriten bestehen konnte.

In der Runde der letzten 16 lautete der Gegner erneut Singapur. Gegen die Singapore Management University, den späteren Finalisten, sollte es für das Team leider nicht ganz reichen. Die Reise des diesjährigen Vis Moot Teams endete somit mit dem großartigen Erfolg des (geteilten) neunten Platzes!

Besonderer Dank

Dieses tolle Ergebnis wäre jedoch ohne Unterstützung nicht möglich gewesen. In diesem Zusammenhang geht unser herzlichster Dank an unsere Coaches, userem Alumniverein der Bayreuth Moot Court Association e.V. (BayMCA) sowie an Herrn Prof. Dr. Martin Schmidt-Kessel und den Lehrstuhl für Verbraucherrecht und Rechtsvergleichung, die durch ihren unermüdlichen Einsatz die Grundlage für dieses Abschneiden geschaffen haben. Ferner geht unser Dank nicht zuletzt an unsere Sponsoren, ohne deren ideelle und finanzielle Hilfe all das nicht ansatzweise umsetzbar gewesen wäre.


Verantwortlich für die Redaktion: Elif Tuna

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